Fürchte dich nicht …

Reihe 03

Anstrengende und frustrierende zwei Corona-Jahre liegen hinter uns. Gerade als wir dachten, endlich das Licht am Ende des Tunnels zu erblicken – sehen wir uns plötzlich mit einer weiteren Katastrophe konfrontiert. Dieses Mal in Form eines Krieges in Europa.
Dieser Krieg macht auch vielen Menschen in Deutschland Angst. Rund ein Fünftel der Anfragen bei der Telefonseelsorge drehe sich aktuell unmittelbar um Kriegsängste, berichtet Markus Mütze von der Evangelischen Telefonseelsorge in Frankfurt am Main. Menschen hätten Angst davor, dass der Krieg so nahe stattfinde und vielleicht auf Deutschland übergreife. Bei vielen lege sich „ein diffuser Angstschleier“ über das Leben. Trauer, Sorgen und Zukunftsangst nähmen zu.


Jesus verheimlicht uns nicht, dass Kriege und Kriegsgerüchte kommen wer-den. Aber er nimmt der Angst vor allen Katastrophen, Hungersnöten und Kriegen den Wind aus den Segeln. Er sagt, dass wir keine Angst haben müssen: Ihr werdet von Kriegen hören und davon, dass Kriege drohen. Lasst euch dadurch nicht erschrecken! (Matthäus 24,6) In anderen Worten: Fürchte dich nicht!

Dieses „Fürchte dich nicht!“ finden wir an sehr vielen Stellen in der Bibel. Dieser Zuspruch Gottes zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel.
„Fürchte dich nicht!“ – so redete Gott mit den Glaubensvätern Abraham, Isaak und Jakob. „Fürchte dich nicht!“, sprach er zu Mose und Josua. Dieselben Worte hörte im Neuen Testament Maria den Engel sagen, der ihr ankündigte, sie werde Gottes Sohn zur Welt bringen. Ja, und was hörten die Hirten in der Weihnachtsgeschichte ebenso wie die Frauen am leeren Grab Jesu? „Fürchtet euch nicht!“ Jesus spricht so den Fischer Petrus an: „Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.“ Den Apostel Paulus ermutigt in Griechenland eine nächtliche Vision „Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!“ Und am Ende der Bibel schließlich erklingen die Worte noch einmal: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte.“ Gott steht am Anfang und am Ende. Er hat den Überblick und kennt doch auch meine persönliche Situation.

Wir finden diesen Zuspruch und diese Ermutigung auch in Jesaja 43,1-3a. Dieser Vers wird immer wieder auch für einen persönlichen Zuspruch zitiert, auch mit der Möglichkeit, den eigenen Vornamen darin einzusetzen:
Doch nun spricht der Herr, der dich, Jakob, geschaffen hat und der dich, Israel, gebildet hat: „Hab keine Angst, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du gehörst mir. Wenn du durch Wasser gehst, werde ich bei dir sein. Ströme sollen dich nicht überfluten! Wenn du durch Feuer gehst, wirst du nicht verbrennen; die Flammen werden dich nicht verzehren! Denn ich bin der Herr, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland.“

Die Worte aus Jesaja 43 waren damals vor mehr als 2500 Jahren zunächst an das Volk Israel gesprochen. Das war weit weg von der Heimat. Alles, was heilig war, war nicht mehr vorhanden, zerstört oder weit, weit weg. Eine absolut trostlose und frustrierende Situation. Jesaja beklagt die desolate Lage des Volkes Israel. Aber fast nach jeder Klage blitzt ein großer Zuspruch auf, entweder als ein Zuspruch an das Volk oder als eine Verheißung auf den kommenden Messias, den Gott noch schicken wird.

Wir dürfen die Worte aus Jesaja 43 in unseren Alltag hineinnehmen und darin unseren eigenen Vornamen einsetzen. Dieses „Fürchte dich nicht!“ tut uns gut! Weil auch wir in unsrem Alltag immer wieder herausgefordert sind und an unsere Grenzen kommen.

Damals wie heute brauchen Menschen ermutigende Worte. Gott weiß, wie furchtsam und erschrocken wir oft sind. Und er fügt hinzu, warum wir uns nicht fürchten müssen: weil er uns erwählt hat; weil er uns von Mutterleib an bei-steht; weil er seinen Geist auf uns gießen will; weil er der einzige und der starke Gott ist. „So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir.“ heißt es in Vers 5 (Jesaja 43).

Das bedeutet, ich bin nicht alleine, sondern Gott ist bei mir – und gibt mir seinen Zuspruch. Da kennt mich jemand mit Namen. Gott, der Herr, spricht mir seinen Frieden zu. Das tut gut. Damit kann ich ermutigt in jeden neuen Tag starten.

Marc Brenner