Gemeindeleben in Corona-Zeiten in Sinsheim

Die Kontaktsperre und das damit verbundene Versammlungsverbot hat uns wohl, wie alle Gemeinden, ziemlich kalt erwischt. Gott sei Dank haben wir uns schon seit Länge-rem mit dem Gedanken an eine Live-Übertragung des Gottesdienstes beschäftigt. Und nochmals Gott sei Dank haben wir junge, fähige Menschen in der Gemeinde, die sofort dabei waren zu überlegen, wie wir das auf die Schnelle umsetzen können.

So haben wir am ersten Sonntag eine Audio-Predigt übers Internet bereitgestellt und konnten schon ab dem zweiten Sonntag eine Live-Übertragung mit einer Mini-Lobpreisgruppe und einer Predigt übertragen.

Über die ersten Wochen war es uns auch wichtig, im Austausch und Gebet zu bleiben. So hat sich eine Gebetsgruppe gebildet, den Kindern haben wir per Post Materialien zu-gesendet und den Senioren Karten. Außerdem haben wir Kurzandachten und selbst aufgenommene Lieder per WhatsApp versendet.

Wir waren und sind sehr dankbar für die sozialen Medien und haben gemerkt, dass wir über die Live-Übertragungen viele Menschen erreichen konnten, die im Alltag nie in die Gemeinde kommen würden. Wieder einmal konnten wir sehen, dass uns alle Dinge zum Besten dienen!!

Trotzdem blieb das komische Gefühl, dass etwas fehlt. So waren wir mehr als glücklich, als es wieder erlaubt wurde, Gottesdienste zu feiern. Sofort haben wir den Saal vermes-sen, um zu sehen, wie viele Besucher mit dem Mindestabstand Platz hätten, ein Mitarbei-tertreffen wurde einberufen und geplant und besprochen, wie wir die Hygieneregeln um-setzen können.

Und dann konnten wir endlich wieder Gottesdienst vor Ort feiern. Es war wirklich schön, wieder gemeinsam vor Gott zu kommen und sich zu sehen. Es ist natürlich nicht einfach mit all den Regeln und Maßnahmen, die es zu erfüllen gilt. Es war uns von Anfang an wichtig, auf alles zu achten und alles zu berücksichtigen.

Leider haben wir gemerkt, dass sich in der Gesellschaft, aber auch unter den Christen hier, Spaltungen auftun. Es ist uns ein großes Anliegen, für Einheit und Frieden zu be-ten und diese auch zu leben. Unser Motto war und ist: Es geht um Jesus und nicht um irgendetwas anderes und auch nicht um Corona. Und da können kein Mundschutz, kein Abstand und kein Desinfektionsmittel uns davon abhalten, ihn groß zu machen.

O´Neill Christopher
Sinsheim