Gemeindeleben in Corona-Zeiten in Geislingen

Für uns als Lokalgemeinde feierten wir am 15.03.2020 den letzten Gottesdienst mit einem gemeinsamen Abendmahl. Erste Maßnahmen mussten bereits ergriffen werden und die ersten Besucher blieben zu Hause.

In unserem letzten Leiter- und Mitarbeitertreffen vor Corona, am 09.03.2020, war der Arbeitsbereich Besuchsdienst neu ins Leben gerufen worden. Das war für uns ein echter Mehrwert, denn daraus wurde ein „Telefon-Service“, sodass während der Krise alle regelmäßigen Besucher telefonisch kontaktiert wurden. Das wurde sehr positiv aufgenommen.

Da wir als Lokalgemeinde keinen eigenen Livestream starteten, haben wir die Online-Gottesdienste der Gemeinden Albershausen und Allmersbach empfohlen. Das wurde, wie wir feststellen konnten, sehr rege genutzt. Natürlich wurden andere Angebote ebenfalls angeschaut. In Albershausen war ich in den letzten Wochen zweimal eingeladen zu predigen, was eine sehr spannende persönliche Erfahrung war.

Eines unserer Mitglieder erlebte persönliche Heilung während des Online-Gottesdienstes der Gemeinde in Trossingen. Es ist einfach stark, wie Gott trotz Virus-Krise wirkt.

In den Wochen der Virus-Krise war unser diakonischer Dienst ein wesentlicher Schwerpunkt. Was haben wir getan? Seit mehreren Jahren erhalten wir von einer Bäckerei alle sechs bis acht Wochen sonntags Backwaren, welche wir an Bedürftige in unserer Gemeinde oder im Umfeld unserer Gemeinde verteilen. In den vergangenen Wochen erhielten wir die Backwaren jedoch in wesentlich kürzeren Zeiträumen. Da die Backwaren nicht wie sonst am Rande der Sonntagsgottesdienste verteilt werden konnten, richteten wir einen Lieferservice ein. So wurde dies unser Beitrag dazu, dass Kirche in der Zeit dieser Virus-Krise sichtbar wurde. Unter der Leitung von Tibor und Eva Jakucs wurde der Lieferservice organisiert. Eine ganze Reihe von Personen brachten sich ein, halfen in der Vorbereitung, die Backwaren zu portionieren oder fuhren die Waren aus. Alle waren mit Begeisterung dabei, da es auf allen Seiten Freude auslöste. Die Ausfahrenden wie die Belieferten empfanden es als echtes Geschenk, Menschen aus ihrer Gemeinde oder deren Umfeld zu sehen, sich kurz austauschen und ermutigen zu können. Wir haben darüber auf unserer Facebook-Seite angefangen zu berichten. Vollkommen erstaunt waren wir, welche Reichweite diese Posts hatten. Von ca. 200 stiegen diese auf inzwischen über 620 Personen an.

Für uns als Gemeinde war und ist es ermutigend zu sehen, dass wir mit unseren „fünf Broten und zwei Fischen“ in den Tagen dieser Virus-Krise ein Segen sein konnten.

Reinhard Oesterling
Geislingen