Gemeindeleben in Corona-Zeiten in Lübeck

Einige Gemeinden hatten bereits Erfahrungen mit Streaming und Online-Gottesdiensten gemacht, bevor Corona kam, wir aber nicht. Wir hatten weder die nötige Infrastruktur noch die Erfahrung, sodass wir improvisieren mussten. Wir stellten ein Team zusammen, in dem jeder sein Wissen und seine Gaben einbringen konnte, um einen Online-Gottesdienst zu gestalten. Bisher wurden die Predigten in unserer Gemeinde aufgezeichnet und als Audiodatei abgespeichert. Denjenigen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen konnten oder die Predigt noch einmal hören wollten, konnten wir auf diesem Weg eine Aufzeichnung zur Verfügung stellen.

Obwohl wir nicht die größte Gemeinde in Lübeck sind, waren wir dort die erste, die einen Online-Gottesdienst angeboten hat. Wir waren überrascht von der Anzahl der Menschen, die unsere Online-Gottesdienste angesehen haben. Die Zahl der Zuschauer war oft viermal so hoch wie die Zahl der Mitglieder und Besucher, die wir normalerweise an einem Sonntag gehabt hätten.

Online-Konferenzräume wie Zoom waren ein großer Segen. Unsere Hauskreise, Leiterschaftssitzungen und alle anderen Arten von Gemeindetreffen fanden auf Zoom statt.

Im Juni haben wir damit begonnen, unsere Gottesdienste im Gemeindegebäude unter bestimmten Voraussetzungen und Vorsichtsmaßnahmen wieder stattfinden zu lassen. Wir machen zunächst kleine Schritte und tasten uns langsam voran. So verzichten wir beispielsweise momentan auf den musikalischen Lobpreis. Anfangs empfanden wir diesen Verzicht als großen Mangel. Jedoch nutzen wir dies nun als Chance, uns neu zu orientieren und uns auf das Gebet zu konzentrieren. Wir veröffentlichen unsere Gottesdienste weiterhin online und wissen, dass Gott dies nutzen wird, um diejenigen Menschen zu erreichen, die wir normalerweise nicht erreichen würden. Das Ziel ist nicht, das wiederherzustellen, was wir vor Corona hatten, sondern zu sehen, was Gott Neues tun möchte.

Claudiu Petrule
Lübeck